SAG NEIN zur Wehrpflicht

Ab 2027 sollen junge Männer wieder zum Wehrdienst gemustert werden. Durch attraktive Bezahlung, intensive Werbekampagnen und weitere Anreize sollen sie zunächst freiwillig für die Bundeswehr gewonnen werden. Gleichzeitig hält sich die Bundesregierung jedoch bewusst Hintertüren offen: Sollte die Freiwilligkeit nicht genügend Rekruten hervorbringen oder ein „Verteidigungsfall“ eintreten, könnte eine Wehrpflicht schnell ausgeweitet werden, etwa auf Frauen oder auf alle 18- bis 25-Jährigen, per Rechtsverordnung. Damit entsteht schrittweise die Grundlage für eine umfassende Wiedereinführung der Wehrpflicht.
Wir sehen junge Menschen nicht als Teil einer militärischen Reserve oder als aufbrauchbare Ressource, die für staatliche Interessen eingesetzt werden kann. Wenn „für Freiheit kämpfen“ bedeutet, gegen den eigenen Willen in Kriege hineingezogen zu werden, die wirtschaftlichen Interessen oder geopolitischen Machtverhältnissen dienen, dann verliert dieser Freiheitsbegriff seinen Wert. Freiheit bedeutet für uns Selbstbestimmung, soziale Sicherheit, ökologische Gerechtigkeit und ein friedliches Zusammenleben, nicht militärische Aufrüstung und Zwangsdienst.
Auch die aktuelle Aufrüstung betrachten wir nicht als Abschreckung zur Sicherung des Friedens. Ein weltweites Wettrüsten erhöht vielmehr die Wahrscheinlichkeit militärischer Konflikte. Bereits die ständige Betonung eines möglichen „Ernstfalls“ zeigt, dass der Einsatz militärischer Mittel zunehmend als legitime Option betrachtet wird, sobald staatliche Interessen oder Machtpositionen gefährdet erscheinen.
Parallel dazu gehört Deutschland bereits heute, nach den USA, zu den bedeutendsten Waffenlieferanten der Welt. Die deutsche Rüstungsindustrie profitiert unmittelbar von internationalen Konflikten und dem damit verbundenen Leid der Menschen. So verfügt der größte deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall über einen Auftragsbestand von rund 55 Milliarden Euro. Unternehmen wie Rheinmetall sichern mit ihrer Kriegsproduktion nicht Frieden, sondern stabilisieren bestehende Machtverhältnisse, Ausbeutung von Mensch und Umwelt sowie globale Ungleichheiten. Laut einer Studie der Organisation Oxfam besitzt das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr Vermögen als die übrigen 99 Prozent zusammen, ein Ausdruck der extremen Ungleichverteilung, von der auch die Rüstungsindustrie profitiert.
Als Naturfreundejugend positionieren wir uns klar gegen die schrittweise Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland, gegen die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft und gegen die Interessen kapitalistischer Rüstungskonzerne, die von Krieg, Unsicherheit und globaler Ungleichheit profitieren.